TIK LESUNG – Am weißen Fluss. Die Kinder des Almtals
Am weißen Fluss. Die Kinder des Almtals
Eine Veranstaltung von
Johann – August – Malin Gesellschaft (historischer Verein für Vorarlberg)
in Kooperation mit
Theater Wagabunt und Kulturverein TiK
Der Roman behandelt ein totgeschwiegenes Thema. Was passierte mit den Kindern von polnischen und ukrainischen Zwangsarbeiterinnen?
Zum Hintergrund:
Ab Dezember 1939 wurden junge polnische Frauen ins Land geholt, vorwiegend für den Einsatz in der Landwirtschaft, aber auch in der Textilindustrie. Als Ersatz für die jungen Männer, welche für den Krieg gebraucht wurden und für die jungen deutschen Frauen, die die Landarbeit flohen. Ab Herbst 1941 kamen „Ostarbeiterinnen“ aus den besetzten sowjetischen Gebieten hinzu.
Die Anzahl der ZwangsarbeiterInnen nahm rasch zu. Im September 1944 schufteten mehr als 580.000 sogenannte „ZivilarbeiterInnen“ in den „Alpen- und Donaureichsgauen“, davon etwa 180.000 Frauen.
Schwangere „fremdvölkische“ Frauen wurden bis 1942 in ihre Herkunftsorte „rückgeführt“. Im 2. Halbjahr 1942 wurde diese Praxis eingestellt. Ab diesem Zeitpunkt kamen auf dem Gebiet des heutigen Österreich tausende „fremdvölkische“ Kinder zur Welt.
Inhalt des Romans:
Dieser zeichnet die Biografie der polnischen „Freiwilligen“ Maria nach, die sich als Landarbeiterin ins Deutsche Reich gemeldet hatte und 1942 schwanger wird. Ihr Sohn Antoni wird ihr acht Tage nach der Geburt abgenommen. Maria kehrt auf den Hof im Voralpengebiet zurück. Ihren Sohn wird sie nie wieder sehen.
Parallel erzählt er die Geschichte eines österreichischen Mädchens, das in einer Landgemeinde aufwächst. Auch hier faltet sich ein schweres Frauenleben auf: Rosas Träume von einem anderen Leben in der Stadt enden in der Realität einer kurzen Beziehung zu einem deutschen Soldaten und einer Schwangerschaft.
Das NS-System mit seinem perfiden Rassismus wird repräsentiert durch den Gauleiter, der „seine Frauen, nicht als Arbeitskräfte verlieren möchte“. Mit fanatischem Eifer widmet er sich persönlich der Frage der „Aufzucht fremdvölkischer Kinder“ als zukünftige Sklavenarbeiter.
Zwei Auszüge aus Rezensionen:
„Schernhammers Romane sind Geschichtsschreibung in Form von Literatur. Sie stecken voller akribisch recherchierter Details und sind Heimatkunde im besten Sinn. … Und noch besser: Schernhammer holt jene Menschen aus dem Schatten, die wir beinahe vergessen hätten.“ Edmund Brandner, Oberösterreichische Nachrichten
„Bruno Schernhammer betreibt mit seinem Buch eine besondere Art der „Heimatkunde“. Er legt dar, dass Beheimatung nur dort möglich ist, wo es Erzähler gibt, die vom lange Verdrängten und Totgeschwiegenen berichten.“ Ursula Seeber, Literaturhaus Wien
Termin: 25.09.2025
Einlass: 19.00 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr


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